Die 3 beliebtesten Hunderassen in Deutschland

Die 3 beliebtesten Hunderassen in Deutschland

Hunde

4. Juni 2021

Gleich nach Katzen sind Hunde eines der beliebtesten Haustiere der Deutschen. Fast ein Drittel, über 10 Millionen, aller Haustiere in Deutschland sind Hunde (Quelle: Statista, Aufruf 04.07.2021). Bei einer Gesamtbevölkerung von über 83 Millionen Menschen in über 41.000 Haushalten ist das schon eine ganze Menge. Hunde sind großartige Begleiter. Ob für Singles, Familien, junge oder alte Menschen – für jedes Töpfchen gibt es auch ein Deckelchen, bzw. eine Hunderasse, die zu all diesen Menschen und ihren Lebensstilen passt. Ebenso wie Menschen haben auch Hunde ihren ganz eigenen Kopf und Charakter. Es gibt sture und hörige, aktive und faule, genügsame und gefräßige Hunde – aber auch Menschen. Und so ergibt es sich, dass es durchaus lohnenswert ist, vor der Anschaffung eines Hundes die unterschiedlichen Charaktere und Wesenszüge der Hunde zu beleuchten, um einen Begleiter zu finden, der an denselben Aktivitäten Spaß findet. Ältere oder auch gemütliche Menschen sollten sich ebenso wenig einen hyperaktiven Jagdhund zulegen, wie ein Sportler mit einer faulen Couchpotato glücklich werden würde. Familien haben sicherlich mehr Freude an einem liebenswerten Familienhund als an einem stark erziehungsbedürftigen Sturkopf.

Egal, ob aus dem Tierheim oder vom Züchter – es ist unerlässlich sich vor Anschaffung eines Hundes mit dem Aufwand sowie den Konsequenzen gezielt auseinanderzusetzen, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Unabhängig davon, woher das neue Familienmitglied kommen soll, ob vom Züchter oder aus dem Tierheim, bei seriösen Stellen kann man sich stets über die grundlegenden Charakterzüge der Hundeeltern oder auch des Hundes selbst informieren.

Doch was ist es, wonach der Deutsche sucht? Welche Hunderassen sind beliebt und warum eigentlich? Und sind diese beliebten Rassen auch familientauglich?

Rangfolge nach neugeborenen Welpen

Laut einer Auswertung der neugeborenen Hundewelpen in 2018 und 2019 (Quelle) gibt es drei klare Favoriten:  2019 kamen Deutsche Schäferhunde zur Welt, 5.921 Teckel (Dackel) und 3.071 Deutsch Drahthaar. Diese drei Hunderassen scheinen Charakterzüge mit sich zu bringen, die bei aktuellen und potenziellen Hundehaltern besonders gut ankommen. Daher werfen wir im Folgenden einen Blick auf diese drei Rassen und nehmen unter die Lupe, was sie ausmacht und weshalb sie so beliebt sind.

Deutscher Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund geht als klarer Sieger im Rennen um den Platz als beliebteste Hunderasse hervor. Nicht nur in Deutschland, sondern international ist er ist als höriges Arbeitstier bekannt. Doch er hat noch viel mehr zu bieten!

Die wesentlichen Charakterzüge

Da der Deutsche Schäferhund sehr aufmerksam und wissbegierig ist, möchte er geistig und körperlich auf Trab gehalten werden. Mit diesem vierbeinigen Freund wird es sicherlich niemals langweilig. Seinen Zweibeinern ist er treu ergeben und geht mit ihnen durch dick und dünn. Dabei ist er sehr verlässlich und wesensfest, was besonders für Menschen mit einem großen Schutzbedürfnis von Vorteil ist. Wachsam und mutig erkennt er Gefahren und reagiert sehr differenziert und gezielt. Mit seiner unbefangenen und neugierigen Art schließt der Deutsche Schäferhund gerne neue Freundschaften und ist grundsätzlich gutmütig, wenn auch charakterstark und selbstbewusst.

Wie familientauglich ist der Deutsche Schäferhund?

Auch als Familienhund wird der Deutsche Schäferhund wieder beliebter. Doch wer sich überlegt, diese Rasse in sein Heim aufzunehmen, sollte sich dessen bewusst sein, dass Deutsche Schäferhunde viel beschäftigt und bewegt werden wollen. Sie brauchen eine ausgewogene Auslastung und strikte Erziehung, um entsprechend ihres Wesens gefordert und gefördert zu werden. Unbedingte Konsequenz ist eine wichtige Voraussetzung in der Erziehung – und das lässt sich gerade im Familienumfeld nicht immer einfach umsetzen.

Andererseits verstehen sie sich gut mit anderen Tieren und sind sehr treue Begleiter. Deutsche Schäferhunde sind sehr kinderlieb und können mit ihrem selbstsicheren, einfühlsamen Wesen wunderbare Partner fürs Leben sein.

Ein Arbeitstier, das seinesgleichen sucht

Besonders als Arbeitstier hat der Deutsche Schäferhund große Bekanntheit rund um den Globus erlangt. Ob als Wachhund, Schutzhund, Spür- oder Polizeihund, die Einsatzmöglichkeiten sind dank seines ausdauernden und hörigen Wesens sowie seines Lerneifers extrem vielfältig. Schäferhunde sind Meister in der Erkennung von Gefahren und sehr sensibel in der Differenzierung dieser. Sie können ihre Reaktionen anpassen und sich damit sowohl leise als auch laut, aktiv oder passiv äußern. Ruhig und unerschrocken setzt er seine Spürnase ein, um Zoll und Kriminalistik in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. 

Wissenswertes

So klug und unerschrocken der Deutsche Schäferhund auch ist, so treu und liebenswert, robust und mutig – diese Rasse bringt auch einen entscheidenden Nachteil mit sich. Die Überzüchtung. Denn obwohl die Rasse sehr bewegungsfreudig und lebendig ist, muss der Bewegungsdrang aufgrund der Gefahr für eine Hüftdysplasie stark kontrolliert werden. Dabei handelt es sich um eine leider viel zu häufig auftretende Gelenkdeformation, die mittlerweile in der Zucht vermieden wird. Ursache dafür ist die langjährige Züchtung auf einen abfallenden Rücken. Wenn du mit deinem Schäferhund einen körperlich sehr fordernden Hundesport wie Agility ausüben möchtest, solltest du ihn vorher unbedingt röntgen lassen, um Schädigungen zu vermeiden.

Auch hinsichtlich der Fütterung mögen Deutsche Schäferhunde etwas sensibel sein. Achte daher auf die individuellen Bedürfnisse deines Tieres. Generell gilt: eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist ein Muss und fördert zudem die Gelenkgesundheit. 

Steckbrief

  • Vielseitiger, eifriger Begleiter
  • Sollte mental und körperlich angemessen gefordert und gefördert werden
  • Lebenserwartung: 9-13 Jahre
  • Gemüt: treu, wesensfest, verlässlich
  • Familientauglich: definitiv, jedoch sollte der Hund einen hohen Stellenwert bekommen und angemessen beschäftigt werden

Teckel / Dackel / Dachshund

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ist der Teckel, bzw. Dackel ein beliebter Rassehund. Dabei besticht er mit seinem unvergleichlichen Dackelblick und dem charakteristischen Aussehen. Doch der Dackel hat es in sich!

Durch die Jagd geprägter Charakter

Seit jeher wurde der Teckel als zielstrebiger, aufmerksamer Jagdhund gezüchtet. Und das macht sich auch heute noch in seinem Wesen bemerkbar. Selbstbewusst dackelt der Hund mit seinem hervorragenden Geruchssinn in den Wald und spürt unerschrocken und kämpferisch andere Tiere auf. Er ist extrem bewegungsfreudig und gleichzeitig intelligent sowie schlau.

Wie familientauglich ist der Teckel?

Lass dich von den treuen Dackelaugen nicht täuschen. Der Teckel ist definitiv kein ruhiger Schoßhund. Ganz im Gegenteil. Sein Jagdtrieb muss von vorneherein konsequent unter Kontrolle gehalten werden und in der Erziehung einen wichtigen Stellenwert bekommen. So treu und freundlich er auch ist – bei der ersten Gelegenheit verschwindet er im Wald und lebt seinen Trieb aus. Der Dackel pflegt einen sehr guten Umgang mit Menschen und Kindern, kann aber sehr sturköpfig und starrsinnig sein. Das lebt er auch im Umgang mit anderen Tieren und Hunden aus. Da zeigt er sich unnachgiebig und misstrauisch und nicht immer von seiner besten Seite.

Von seinem ausgeprägten Jagdtrieb kann man bereits auf den hohen Bewegungsdrang und die große Ausdauer schließen. Doch nicht nur die körperliche Beschäftigung ist für den Dackel wichtig, auch sein Köpfchen möchte sinnvoll gefordert werden. Mit dem richtigen Maß an Kontrolle und Auslastung hast du in einem Teckel einen ausgeglichenen und lebhaften Begleiter, der mit Dir durch dick und dünn geht.

Wissenswertes

Teckel haben zwar grundsätzlich eine relativ hohe Lebenserwartung, leiden jedoch leider im höheren Alter aufgrund ihres speziellen Körperbaus häufig unter Dackellähme. Dabei handelt es sich um eine Art Bandscheibenvorfall.

Steckbrief

  • Tief verwurzelter Jagdinstinkt
  • Liebenswerter Sturkopf
  • Lebenserwartung: 12-16 Jahre
  • Gemüt: intelligent, unerschrocken, stur
  • Familientauglich: ja, allerdings bedarf es einer extrem konsequenten und strikten Erziehung

Deutsch Drahthaar

Nicht mehr ganz so eindeutig vorne, aber dennoch auf Platz 3, gemessen an der Anzahl der 2018 und 2019 geborenen Hundewelpen, liegt der Deutsch Drahthaar. Ebenso wie der Teckel ist er mit Haut und Haar Jäger und hat einen tief ausgeprägten Instinkt, der bei der Entscheidung für einen Hund dieser Rasse unbedingt berücksichtigt werden muss.

Das zeichnet den Charakter des Deutsch Drahthaar aus

Der Deutsch Drahtharr ist sowohl in der Jagd, als auch im Alltag ein echter Allrounder – solange Bewegung im Spiel ist. Bei allen aktiven Beschäftigungsarten ist er proaktiv und mit viel Freude und Enthusiasmus dabei. Wenn du viel Zeit in der Natur verbringst, gerne wanderst oder anderweitig draußen aktiv bist wird der Deutsch Drahthaar ein liebevoller und treuer Begleiter sein. Diese Rasse zeichnet sich durch ihre ausgeglichene Art mit einem Hang zum Sturkopf aus. Ausreichend Bewegung in Form von Jagdtraining oder Hundesport ist ein Muss.

Familienhund, der Führung braucht

Ja, der Deutsch Drahthaar ist ein wunderbarer Familienhund, da er mit seiner gelassenen Art liebend gerne eine enge Bindung zu seinen Zweibeinern, auch Kindern, aufbaut. Allerdings gilt hier die goldene Regel: dieser Hund muss angemessen ausgelastet werden, damit er sich nicht Tätigkeiten widmet, die dem Zweibeiner eher nicht so gut gefallen (Schuhe kauen, Kissen rupfen, etc.). Er bedarf unbedingt einer liebevollen Konsequenz und starken Führung, ist also ein Hund für selbstbewusste Charaktere. Kann er seinen Bewegungsdrang ausleben und wird seine geistige Flexibilität gefördert, dankt er es mit seiner anhänglichen, verspielten Art und seinem treuen Wesen. Da der Deutsch Drahthaar einen ausgeprägten Jagdinstinkt hat sollte er nicht unbedingt zusammen mit anderen Kleintieren und Katzen gehalten werden.

Wissenswertes

Diese Rasse wird fast ausschließlich an Jäger bzw. zur jagdlichen Ausbildung abgegeben. Wenn man den liebevollen Sturköpfen auch nicht böse sein kann – die richtige Erziehung ist Schlüssel zum harmonischen Zusammenleben. Bei der Entscheidung für einen Deutsch Drahthaar sollte man sich unbedingt sicher sein, dass man dem lebhaften und aktiven Wesen auch gerecht werden kann.

Steckbrief

  • Outdoor-Allrounder und Vollblut-Jagdhund
  • Kluger, lernfreudiger Geist und verspieltes Wesen
  • Lebenserwartung:  12-14 Jahre
  • Gemüt: mutig, zuverlässig, liebenswert
  • Familientauglichkeit: hegt eine enge Beziehung zu seinen Bezugspersonen

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