Die beliebtesten Haustiere neben Hunden und Katzen: Tipps zur Haltung

26. Oktober 2021

Eine Katze oder doch ein Hund? Die meisten Familien, die ein Haustier bei sich aufnehmen möchten, denken zunächst nur an diese zwei klassischen Vertreter. Kein Wunder, denn sie sind tatsächlich die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Doch nicht immer ist eine Katze oder ein Hund der richtige tierische Begleiter. Ein Hund braucht viel Platz, möchte mehrmals täglich Gassi gehen und will viel Zeit mit seiner Bezugsperson verbringen. Katzen sind da unabhängiger, verteilen aber überall ihre Haare, kratzen gerne mal an den Möbeln und lösen nicht selten Allergien aus.

Kommt weder Hund noch Katze in Frage, ist das aber kein Grund, komplett auf einen tierischen Mitbewohner zu verzichten. Es gibt noch viele weitere Haustiere, die sich hierzulande ebenfalls einer großen Beliebtheit erfreuen. Die beliebtesten Haustiere neben Hunden und Katzen stellen wir Dir jetzt vor – und verraten Dir gleich, was Du bei der Anschaffung und Haltung unbedingt beachten solltest. Denn: Letztendlich ist es egal, für welches Tier Du Dich entscheidest, jedes Haustier hat Gefühle und die Haltung ist immer mit jeder Menge Verantwortung verbunden – ganz gleichgültig, wie klein es auch sein mag.

Das sind die beliebtesten Haustiere in Deutschland

Laut dieser Statistik sind die beliebtesten Haustiere hierzulande:

  • Katzen
  • Hunde
  • Kleintiere
  • Ziervögel
  • Aquarientiere
  • Terrarientiere

Katzen und Hunde führen die Statistik an, danach kommen die Kleintiere. Dazu gehören zum Beispiel Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Mäuse und Ratten. Zu den Ziervögeln zählen unter anderem Nymphensittiche, Wellensittiche und Kanarienvögel. Bei Aquarientieren denkst Du wahrscheinlich zuerst an Fische, aber auch Wasserschnecken, Garnelen und Krebse können im Aquarium gehalten werden. Tiere, die in Terrarien leben, sind Reptilien aller Art, wie etwa Schlangen, Echsen und Schildkröten. Du siehst, die Auswahl an Haustieren ist groß. Um Dir die Entscheidung zu erleichtern, welches Tier am besten zu Dir passt, stellen wir Dir die beliebtesten Haustiere deutscher Familien jetzt genauer vor.

1. Meerschweinchen – kuschelige Beobachtungstiere

Meerschweinchen: die beliebtesten Haustiere nach Hunden

Meerschweinchen sind putzige kleine Nagetiere, die ursprünglich aus Südamerika stammen. Aufgrund ihres kuscheligen Aussehens werden sie gerne als vermeintliche Kuscheltiere für Kinder angeschafft – und landen dann oft nach wenigen Monaten im Tierheim. Denn: Die meisten Meerschweinchen lassen sich nicht gerne streichen, hochnehmen und schmusen. Als Beobachtungstiere eignen sie sich hingegen hervorragend. Um Vertrauen aufzubauen, kannst Du Dich mit einem Leckerli zu ihnen setzen und anlocken.

Die kleinen Nager haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollten immer in Gruppen gehalten werden. Selbst zu zweit kommt bei den kleinen Nagern schnell Langweile auf, weshalb Du mindestens drei Tiere vergesellschaften solltest. Eine perfekte Anfängerkonstellation besteht aus zwei Weibchen und einem kastrierten Böckchen. Von einer reinen Käfighaltung ist dringend abzuraten, denn die bewegungsfreudigen Tiere brauchen Platz: Das Gehege sollte für drei Tiere eine Grundfläche von drei Quadratmetern aufweisen. Pro weiterem Tier sollte ein zusätzlicher Quadratmeter eingeplant werden. Neben der Innenhaltung ist auch eine Haltung in einem vor Fressfeinden gesicherten Außengehege möglich.

  • Lebenserwartung: sechs bis acht Jahre
  • Platzbedarf: ein Quadratmeter pro Tier
  • Gruppenhaltung: mindestens 3 Tiere gemeinsam
  • Fütterung: Wiesenkräuter, Gräser, Gemüse und Obst

2. Kaninchen – kleine Tiere, große Ansprüche

Auch Kaninchen gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. Was viele nicht wissen: Die kleinen Tiere haben große Ansprüche an ihre Haltung. Sie werden oft fälschlicherweise den Nagern zugeordnet, gehören aber eigentlich zu den Hasenartigen. Zum Kuscheln sind sie nicht geeignet, da die Fluchttiere in Schockstarre verfallen, wenn sie hochgenommen werden. Manche Kaninchen lassen sich aber sehr gerne am Boden streicheln. Der Bewegungsdrang der Kaninchen ist immens und mit dem einer Katze vergleichbar: Sie sprinten mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde, schlagen Haken und machen Luftsprünge.

Keinesfalls dürfen die Tiere daher in einem handelsüblichen Käfig gehalten werden. Für eine artgerechte Haltung empfiehlt sich laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) ein Gehege mit sechs Quadratmetern Grundfläche. Für jedes weitere Tier sollte noch einmal 20 Prozent mehr Fläche eingeplant werden – also 7,2 Quadratmeter für drei Tiere. Zusätzlicher Auslauf ist empfehlenswert. Die sozialen Tiere solltest Du unbedingt als Paar – besser noch als Gruppe – halten. Am besten ist es, Kaninchen draußen in einem sicheren und großen Gehege unterzubringen. Aber auch eine Wohnungshaltung ist bei ausreichend Platz möglich. Viele weitere Informationen zur artgerechten Kaninchenhaltung gibt es auf dieser Website.

  • Lebenserwartung: acht bis zwölf Jahre
  • Platzbedarf: sechs Quadratmeter Grundfläche
  • Paar- oder Gruppenhaltung: mindestens zwei Tiere gemeinsam
  • Fütterung: Wiesenkräuter, blättriges Gemüse, wenig Wurzelgemüse und Obst

3. Ratten – liebenswürdiger als ihr Ruf  

Ratten haben bei manchen Menschen einen schlechten Ruf – dabei sind es verspielte, saubere, freundliche und intelligente Tiere. Im Gegensatz zu den meisten Kaninchen oder Meerschweinchen werden sie schnell zutraulich. Daher eignen sie sich für etwas ältere Kinder gut. Als soziale Tiere benötigen Ratten wenigstens einen Artgenossen. Optimal ist eine Haltung von drei bis vier Ratten. Die Tiere sollten in Gehegen mit großer Höhe gehalten werden, da sie ein ausgeprägtes Kletterbedürfnis haben.

  • Lebenserwartung: zwei bis drei Jahre  
  • Platzbedarf: Käfig mit mindestens 220 Liter für zwei Tiere (plus täglicher Auslauf)
  • Paar- oder Gruppenhaltung: mindestens zwei Tiere gemeinsam  
  • Fütterung: Frischfutter, Getreide, Eier, Nüsse

4. Hamster – dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger

Hamster werden oft als Haustiere für Kinder angeschafft, sind dafür aber eher ungeeignet. Sie sind nur abends und nachts aktiv und definitiv keine Schmusetiere. Auch die Haltung ist anspruchsvoller als häufig angenommen. Ein Gitterkäfig ist nicht ideal: Zu groß ist die Verletzungsgefahr. Außerdem kann keine ausreichende Streutiefe erzielt werden. Diese ist sehr wichtig, denn Hamster lieben das Buddeln. Halte Deinen Hamster lieber in einem Terrarium oder Aquarium. Bei der Einrichtung solltest Du auf ein sicheres und ausreichend großes Laufrad, ein Sandbad und mehrere Verstecke achten. Weitere Hinweise zur artgerechten Hamsterhaltung gibt es unter hamsterbacken.com.

  • Lebenserwartung: zwei bis drei Jahre
  • Platzbedarf: Terrarium oder Aquarium mit mindestens 100 x 50 x 50 Zentimetern
  • meist Einzelhaltung
  • Fütterung: hochwertiges Trockenfutter, zusätzlich Frischfutter

5. Farbmäuse – spannende Tiere zum Beobachten

Zu den am häufigsten als Haustier gehaltenen Mäusearten gehören die Farbmäuse. Sie sind bewegungsaktiv, gesellig und neugierig, weshalb sie in größeren Gruppen gehalten werden. Da die Tiere hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv sind, eignen sie sich nicht gut als Haustiere für kleinere Kinder. Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich aber an den sozialen Tieren erfreuen, denn sie lassen sich wunderbar beobachten.

  • Lebenserwartung: 1,5 bis 2,5 Jahre
  • Platzbedarf: wenigstens 100 x 50 x 80 Zentimetern für eine kleine Gruppe
  • Gruppenhaltung mit mindestens vier bis fünf Tieren
  • Fütterung: Futtermischungen aus Getreide und Samen, Frischfutter in kleinen Mengen, tierisches Eiweiß als Leckerli

6. Ziervögel – gehören zu den beliebtesten Haustieren mit hohen Haltungsansprüchen

Wie für viele Tiere gilt auch für Ziervögel in den meisten Fällen: Eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht und Du als Mensch kannst keinen Artgenossen ersetzen – egal, wie intensiv Du Dich um das Tier kümmerst. Des Weiteren benötigen Ziervögel viel Platz. Eine Haltung im Käfig ist nicht zeitgemäß. Ideal ist eine großzügige Voliere im Freien, in der die Vögel ihrem großen Bewegungsdrang nachkommen können. Alternativ ist eine Innenvoliere möglich, wenn Du die Tiere täglich fliegen lässt.

  • Lebenserwartung: Kanarienvögel 15 Jahre, Sittiche 25 Jahre, Großpapageien bis zu 70 Jahre
  • Platzbedarf: Grundfläche von mindestens 150 x 80 Zentimetern bei täglichem, mehrstündigen Freiflug, besser: große Freivoliere mit Schutzhaus
  • Paar- oder Gruppenhaltung je nach Art
  • Fütterung: spezielle Körnermischung, zusätzlich meist Grünfutter

7. Aquarientiere – spezielle Anforderungen beachten

Wer Fische, Krebse, Wasserschnecken oder Garnelen als Haustier halten möchte, sollte sich vorab genau über die jeweiligen artspezifischen Anforderungen informieren. Auch die kleinen Wasserbewohner haben ein Recht auf eine artgerechte Haltung. Dazu gehört, ihnen ein ausreichend großes Aquarium zur Verfügung zu stellen und die spezifischen Ernährungsgewohnheiten zu berücksichtigen. Weiterhin spielen die Besatzdichte, die Wasserqualität, die Wassertemperatur und die Strukturierung des Aquariums eine wichtige Rolle.

  • Lebenserwartung: Aquarienfische bis zu 10 Jahre, Wasserschnecken im Schnitt zwei Jahre, Garnelen bis acht Jahre, Krebse rund vier Jahre  
  • Platzbedarf: abhängig von Art und Besatzdichte
  • meist Gruppenhaltung, teilweise Einzelhaltung möglich (zum Beispiel bei einigen Krebsen)
  • Fütterung: spezielle Futtermittel

8. Terrarientiere – ideal für Berufstätige

Reptilien, die in Terrarien gehalten werden, eignen sich vor allem für berufstätige Menschen, da die Tiere keine Beschäftigung benötigen. Dafür haben sie teils hohe und sehr spezifische Ansprüche an ihre Haltung, Pflege und Fütterung. Für Anfänger empfehlen sich Geckos, Echsen, Leguane und Landschildkröten. Wichtig ist, die Unterbringung an die Größe des Tieres und dessen Bewegungsbedarf anzupassen. Auch bei der Art des Terrariums gibt es Unterschiede. Man unterscheidet Trocken-, Regenwald-, Wald- und Aquaterrarien. Daher gilt auch hier: Informiere Dich gut über die unterschiedlichen Reptilien und versuche, deren Bedürfnisse an die Haltung optimal zu erfüllen.

  • Lebenserwartung: 10 bis 20 Jahre
  • Platzbedarf: abhängig von Größe und Bewegungsdrang des Tieres
  • meist Einzelhaltung
  • Fütterung: spezielles Reptilienfutter

Fazit: Die beliebtesten Haustiere – welches Tier passt zu Dir?

Es ist gar nicht so einfach, unter den beliebtesten Haustieren das Tier zu finden, das am besten zu Dir passt. Wichtig ist immer, sich vor der Anschaffung genau mit den Bedürfnissen der Tiere auseinanderzusetzen und zu überlegen, ob Du diese über viele Jahre hinweg erfüllen kannst. Abgesehen von Hunden und Katzen sind die meisten Haustiere sind keine Kuscheltiere – aber zum Kuscheln eignet sich ohnehin ein PetTwin viel besser. Stattdessen lassen sich Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, Ratten, Hamster, Ziervögel, Aquarientiere und Reptilien aber toll beobachten. Oftmals werden sie daher auch ohne tägliche Schmuseeinheiten zu beliebten tierischen Mitbewohnern.

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