Pferde und Kinder – Tipps für eine lebenslange Freundschaft

2. November 2021

Viele Kinder sind fasziniert von Pferden und fühlen sich von ihnen magisch angezogen. Zahlreiche Mädchen und Jungen äußern früher oder später den Wunsch, reiten zu lernen oder gar ein eigenes Pferd zu besitzen. Dies kann eine kurzfristige Laune sein, aber auch zu einer wahren und lebenslangen Leidenschaft werden. In jedem Fall lohnt es sich, die Pferdeliebe Deines Kindes zu unterstützen und zumindest seinem Wunsch nach dem Reiten erst einmal nachzukommen. Womöglich hat Dein Kind viel Freude am Umgang mit dem Tier und kann dadurch in vielerlei Hinsicht profitieren. Doch viele Eltern sind beim Thema Pferde und Kinder schnell überfordert.

Wo findet man überhaupt eine gute Reitschule? Sind Pferde nicht zu gefährlich? Und was, wenn das Kind auf einmal ein eigenes Pferd haben möchte? Wertvolle Tipps zu all diesen Fragen haben wir Dir hier zusammengestellt.

Pferde und Kinder als Team

Warum Pferde und Kinder ein unschlagbares Team sind

Pferde gehören nicht zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen, weil ihre Haltung sehr anspruchsvoll ist. Es gibt aber dennoch viele gute Argumente dafür, Pferde und Kinder nicht voneinander fernzuhalten, sondern vielmehr schon die Kleinsten an die großen Tiere heranzuführen und ihnen einen pferdegerechten Umgang beizubringen. Dein Kind kann von dem regelmäßigen Kontakt zu einem Pferd und vom Reiten in vielerlei Hinsicht profitieren:

  • Pferde lieben Kinder meist sehr: Sobald ein Kind in der Nähe ist, sind sie noch einmal viel sanfter und behutsamer als im Umgang mit Erwachsenen.
  • Pferde erkennen von allein, dass ein Kind schutzbedürftig ist und passen daher gut auf die Kinder auf.
  • Pferde vermitteln den Kindern Geduld, Ruhe, Selbstbewusstsein und Ausgeglichenheit. Sie kommen nur freiwillig, wenn die Kinder entspannt, gelassen und behutsam in ihrem Verhalten sind.
  • Pferde bringen Kinder dazu, das Tablet oder Smartphone wegzulegen und sich stattdessen draußen an der frischen Luft zu bewegen.
  • Pferde benötigen Pflege. Vor dem Reiten muss das Pferd erst versorgt und geputzt werden und seine Ausrüstung bekommen. Die Tiere lehren Kindern dadurch, Verantwortung zu übernehmen. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft für das spätere Leben.
  • Pferde und Kinder werden nur ein gutes Team, wenn die Kinder lernen, rücksichtsvoll und achtsam mit ihnen umzugehen. Somit können Pferde auch den Respekt Deines Kindes vor anderen Lebewesen stärken.
  • Auf einem Pferd zu reiten, erfordert eine gute Motorik und Balance, sodass sich Dein Kind auch in dieser Hinsicht weiterentwickeln kann.

Alles in allem gilt: Das Stallleben und das Reiten bereiten Kindern häufig große Freude. Vor allem Kinder, die in einer Großstadt aufwachsen, können vom Reiten in der Natur und den Arbeiten im Stall sehr profitieren. Im Laufe der Zeit können Pferde und Kinder beste Freunde werden – wenn die Grundvoraussetzungen stimmen.

Sind Pferde und Kinder nicht eine gefährliche Kombination?

Pferde sind wirklich tolle Tiere, aber allein aufgrund ihrer Größe natürlich auch nicht ganz ungefährlich. Deshalb muss eine erfahrene Person Deinem Kind ganz genau zeigen, wie es sich in welcher Situation verhalten soll. Es muss lernen, die Mimik und die Verhaltensweisen des Pferdes zu lesen und dann richtig zu reagieren. Hebt das Tier beispielsweise den Kopf und blickt aufmerksam in die Ferne, so hört oder sieht es eine Gefahr. Möglicherweise wird das Pferd nervös. Wie sollte Dein Kind reagieren?

Genau das muss Dein Kind lernen, damit es in gefährlichen Situationen mit den Fluchttieren die richtigen Verhaltensweisen an den Tag legt. Die Grundvoraussetzung für die weitere Arbeit mit dem Pferd ist der sichere Reitersitz, der zunächst in einer guten Reitschule gelehrt wird. Im Allgemeinen gilt: Reiten ist ebenso gefährlich wie die meisten anderen Sportarten auch. Viele Kinder fallen im Laufe des Reitunterrichts auch mal vom Pferd, ohne sich jedoch ernsthaft zu verletzen. Wenn Dein Kind den Reitersitz sicher beherrscht und eine gute Reitausrüstung inklusive Helm besitzt, reduziert sich das Risiko für Verletzungen auf ein Minimum.

Wie Du eine gute Reitschule für Kinder findest

Gerade wenn Du als Mutter oder Vater nichts mit Pferden zu tun hast und selbst nie reiten warst, wirst Du vielleicht gar nicht wissen, was Du tun sollst, wenn Dein Kind plötzlich reiten lernen möchte.

Eine Schnupperstunde als idealer Einstieg

Erst einmal gilt: Ruhe bewahren und nichts überstürzen. Kinder haben viele Wünsche, die manchmal ebenso schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind. Das ist ganz normal. Kaufe daher nicht gleich die komplette Reitausrüstung, sondern lass Dein Kind erstmal an einem Schnupperkurs einer guten Reitschule teilnehmen, damit es Erfahrungen mit dem Reitsport sammeln und herausfinden kann, ob dieser wirklich zu ihm passt.

Eine gute Reitschule: davon profitieren Pferde und Kinder

Damit wären wir aber auch schon beim nächsten schwierigen Thema: Wie findest Du eine gute Reitschule? Es ist sehr wichtig, hier genau hinzuschauen, denn mit der Reitschule entscheidet sich, ob Dein Kind Freude am Reiten haben wird oder nicht. Häufig ist es daher besser, etwas mehr Geld auszugeben, da gute Reitschulen nicht zum Schnäppchenpreis arbeiten können. Sie müssen schließlich den Stall, die Pferde, den Tierarzt, die Reitlehrer, die Ausrüstung und den Reitplatz finanzieren – und all das ist alles andere als günstig.

Guter Unterricht hat also seinen Preis. Du solltest bereit sein, diesen zu zahlen, damit Dein Kind positive Erfahrungen beim Reitunterricht sammeln kann. Denn: Nur mit ausreichenden finanziellen Mitteln können die Reitschulen den Pferden auch ein schönes Leben gönnen. Zunächst kannst Du am Reitlehrer erkennen, ob es sich um eine gute Reitschule handelt. Er sollte freundlich, aufgeschlossen und bereit sein, den Kindern viel zu erklären. Auf der Suche nach einer guten Reitschule solltest Du Dich aber auch daran orientieren, wie gut es den Pferden geht:

  • Keine Einzelhaltung in Boxen
  • Die Pferde dürfen auf die Koppel
  • Sie erhalten gutes Futter bestehend aus Basisfutter und Heu
  • Es gibt eine eigene Ausrüstung für jedes Pferd
  • Die Pferde wirken neugierig und aufgeschlossen
  • Das Satteln und Halftern gelingt ohne Widerwehr
  • Die Pferde haben allerhöchstens dreimal am Tag eine Unterrichtsstunde
  • Jedes Pferd hat mal „Wochenende“ – also unterrichtsfreie Tage
  • Mit den Pferden findet zwischendurch Training und Korrekturreiten statt
  • Die Kinder müssen unter Anleitung auch die Pferde holen, putzen, satteln und das Zaumzeug anlegen
  • Es nehmen nur zwei bis drei Schüler pro Reitstunde teil

Pferde, die unter diesen Umständen gehalten, gut behandelt und eben nicht permanent getriezt werden, sind beim Reitunterricht auch entspannter und damit sicherer. Genau das ist wichtig, damit Dein Kind mit Spaß an den Reitstunden teilnehmen kann.

Dein Kind will ein eigenes Pferd – und jetzt?

Möglicherweise reitet Dein Kind schon einige Jahre lang und ist mit Begeisterung bei der Sache. Das Thema Pferd begleitet es immer und überall: Pferdebücher, Pferdebettwäsche, Pferdeposter, Pferdefilme… Irgendwann kommt dann sicher der Wunsch nach einem eigenen Pferd in Deinem Kind auf. Willst Du ihm den Wunsch erfüllen oder nicht? Diese Frage zu beantworten, ist wirklich sehr schwierig. Selbst, wenn Dein Kind schon ein paar Jahre reitet und viel gelernt hat, können sich seine Interessen immer noch vergleichsweise schnell ändern – zum Beispiel mit Eintritt in die Pubertät oder nach der Schule. Eine Reitbeteiligung oder ein Pflegepferd kann da eine gute Alternative sein.

Falls Du mit dem Gedanken spielst, ein Pferd für Dein Kind zu kaufen, gilt dasselbe wie bei allen Tieren, die angeschafft werden: Es handelt sich hierbei um ein Familienmitglied und nicht um ein Sportgerät. Kaufst Du ein Pferd, sollte es im Idealfall ein Teil der Familie bleiben, bis es stirbt. Stell Dir daher vorab folgende Fragen, bevor Du wirklich ein Pferd für Dein Kind kaufst:

  • Wird die Reitbegeisterung Deines Kindes die nächsten 15 bis 20 Jahre anhalten oder ist es wahrscheinlich, dass es nach ein paar Jahren andere Hobbys hat?
  • Reichen die finanziellen Mittel für Stall, Tierarzt, Futter, Hufschmied und Ausrüstung? Die Kosten belaufen sich monatlich im Schnitt auf 400 bis 600 Euro. Die Anschaffungskosten für das Pferd kommen natürlich noch dazu.
  • Was passiert mit dem Pferd, wenn das Kind keine Lust mehr hat? Die Verantwortung trägst immer Du als Erwachsener. Kannst Du das Pferd in diesem Fall übernehmen?

Wenn sich alle Familienmitglieder einig sind und die Entscheidung für ein Pferd tragen, spricht nichts dagegen, Deinem Kind ein Pferd zu kaufen – und ihm damit einen großen Traum zu erfüllen.

Welche Pferderasse eignet sich am besten für die Kids?

Grundsätzlich sind Pferde Individuen, aber einige Pferderassen haben typische Eigenschaften. Tendenziell sind Isländer oder deutsche Reitponys für Kinder geeignet. Wichtig beim Thema Pferde und Kinder ist, ein unproblematisches Tier ohne schlechte Vorerfahrungen auszuwählen. Daher ist der Gang zum Züchter in diesem Fall empfehlenswert. Er kennt die Pferde gut und kann einschätzen, welches Tier sich am besten als Kinderpferd eignet. Vielleicht möchte Dein Kind auch das Schulpferd haben. Es kann sich lohnen, in der Reitschule nachzufragen, ob das Tier verkauft wird.

Fazit: Pferde und Kinder können aneinander wachsen

Pferde sind starke und einfühlsame Tiere, die zu einer positiven Entwicklung von Kindern beitragen können. Sie vermitteln schon den Kleinsten Fürsorge, Mut, Einfühlungsvermögen und Durchsetzungskraft. Umgekehrt können auch Pferde vom Umfang mit Kindern profitieren, da sie durch das Training mit ihnen oft sanfter und ruhiger werden.

Falls Dein Kind den Wunsch verspürt, reiten zu lernen, solltest Du diesen nicht gleich abtun oder kleinreden – auch wenn Du kein Pferdemensch bist. Gib Deinem Kind die Chance, selbst herauszufinden, ob sich aus der anfänglichen Begeisterung eine echte Leidenschaft entwickelt. Vielleicht legst Du damit den Grundstein für ein ganz besonderes Hobby.

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