Was geht in uns vor, wenn unser Hund verstirbt?

Hunde , Regenbogenbrücke , Tiere Gefühle

5. Oktober 2021

Wenn der geliebte Hund verstirbt, gehört das für viele Tierhalter zu den schlimmsten Ereignissen in ihrem Leben. Diese Erfahrung kann für einen Hundebesitzer so bitter sein wie der Verlust eines nahestehenden Verwandten. Die Trauer ist sehr intensiv, schmerzvoll und doch auch heilend. Wir möchten Dir in diesem Artikel zeigen, welche Gefühle nach dem Tod der geliebten Fellnase normal sind und welche Phasen der Trauer Du nun bewältigen musst.

„Hol Dir einfach einen neuen Hund“ – warum das soziale Umfeld kaltherzig reagiert  

Der Tod des eigenen Hundes oder der Verlust eines geliebten Menschen – für viele Hundebesitzer sind die Gefühle, die mit diesen beiden Ereignissen einhergehen, nahezu identisch. Das ist ganz normal und geht einer psychologischen Studie zufolge vielen Menschen so, weshalb Du deshalb auch kein schlechtes Gewissen haben musst. Dein Hund hat in Deinem Leben schließlich einen hohen Stellenwert gehabt und Deinen Alltag enorm bereichert. Nichtsdestotrotz ist es in unserer Kultur nicht üblich, das verstorbene Tier ebenso würdevoll zu verabschieden wie einen Menschen – beispielsweise bei einer Trauerfeier. Dabei könnten genau solche Rituale für trauernde Tierhalte heilsam sein und dazu beitragen, den Verlust richtig zu verarbeiten.

In der Realität ist es aber häufig anders. Statt Mitgefühl und Umarmungen bekommen trauernde Hundebesitzer eher Unverständnis – gerade von haustierlosen Mitmenschen. Diese sind nicht in der Lage, den Schmerz nachzuempfinden. Sie reagieren oft mit kaltherzigen Aussagen wie „Es war doch nur ein Tier“ oder „Hol Dir halt einen neuen Hund, die Tierheime sind voll davon“. Solche Sätze können Dir das Gefühl geben, Deine Trauer und Dein Schmerz wären falsch. Dadurch, dass es gesellschaftlich nicht anerkannt ist, um ein Tier zu trauern, wissen viele Hundebesitzer nicht, wie sie nach dem Tod ihres geliebten Begleiters mit ihrem Schmerz umgehen sollen. Im schlimmsten Fall ziehst Du Dich völlig zurück und lässt Deine Trauer nicht zu, was jedoch der falsche Weg ist. Bitte mach Dir klar, dass das Unverständnis Deiner Mitmenschen nur daher kommt, dass sie selbst nicht wissen, wie intensiv die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist.

Welche Gefühle spüren wir, wenn der Hund verstirbt – und warum?

Der Tod Deines Hundes bereitet Dir Schmerzen – das ist vollkommen normal und nichts, wofür Du Dich schämen musst. Die Trauer hat gute Gründe:

  • Ein Hund schenkt Dir bedingungslose Liebe – Tag für Tag vom ersten Moment an
  • Du betrachtest Deinen Vierbeiner als besten Freund oder Familienmitglied
  • Er gibt Dir ein angenehmes Gefühl, Sicherheit und Wärme
  • Das vierbeinige Familienmitglied ist Dein Schützling, den Du über alle Maßen liebst
  • Der Hund gibt Dir eine Aufgabe und einen Lebensinhalt

Verlierst Du all das von einem Moment auf den anderen, ist das selbstverständlich eine sehr belastende Situation. Deine alltägliche Routine wird komplett zerstört, wenn Dein Hund über die Regenbogenbrücke geht. Die morgendliche Kuschelrunde im Bett entfällt ebenso wie lange Spaziergänge vor der Arbeit und nach Feierabend oder der Besuch auf dem Hundeplatz am Wochenende, bei dem Du immer andere Hundeliebhaber getroffen hast. 

Die Phasen der Trauer nach dem Tod Deines Hundes: Was jetzt auf Dich zukommt

Nach dem Verlust Deines Hundes durchläufst Du genauso wie nach dem Tod einer nahestehenden Person mehrere Phasen der Trauer:

1. Phase: Schock

Gerade, wenn Dein Hund Dich plötzlich verlassen hat, kannst Du es am Anfang wahrscheinlich gar nicht glauben. Du stehst unter Schock. Das bewahrt Dich davor, von Deinen schmerzvollen Gefühlen sofort überwältigt zu werden.

2. Phase: Verleugnung

Nach dem ersten Schock verschließt Du wahrscheinlich die Augen vor der Wahrheit. Du lässt den Gedanken an den Tod Deines Hundes erst einmal nicht zu und verleugnest alle Gefühle, die mit dem Verlust einhergehen. Oft fühlst Du Dich in dieser Station Deiner Trauer sehr emotionslos und leer.

3. Phase: Wut

Wenn die Phase der Verleugnung nachlässt, kommt die Wut. Diese Gefühle sind gut und wichtig, denn sie helfen Dir dabei, Deinen Verlust zu verarbeiten. Die Wut kann sich im Prinzip gegen alles und jeden richten: vielleicht gegen den Tierarzt, der Deinen Hund nicht retten konnte, gegen Familienmitglieder oder Freunde, die Deinen Schmerz nicht ernst nehmen, gegen Dich selbst oder auch gegen Deinen Hund, weil er Dich verlassen hat.

4. Phase: Verhandeln

Diese Station wird auch als „Wenn… dann“-Phase bezeichnet. Sie ist von starken Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen geprägt. In Deinem Kopf kreisen nun Gedanken wie „Wenn wir eher zum Tierarzt gegangen wären, dann…“.

5. Phase: Depression

Jetzt erkennst Du, dass der Tod Deines geliebten Hundes wirklich real ist. Du hörst auf, wie in der „Wenn… dann“-Phase in der Vergangenheit zu leben, sondern kommst in der Gegenwart an. Die Gefühle, die Du nun spürst, sind von einer tiefen Traurigkeit und vollkommenen Leere geprägt. Das kann sich durchaus anfühlen wie eine handfeste Depression.

6. Phase: Testen

Nun beginnst Du, Deine Tagesabläufe anzupassen und neue Routen im Leben zu gehen. Du richtest Dein Leben ohne Deinen Hund neu aus.

7. Akzeptanz

Du hast akzeptiert, dass Dein Hund tot ist. Das heißt nicht, dass für Dich die Welt wieder in Ordnung ist. Du hast die Situation lediglich akzeptiert und weißt, dass es irgendwie weitergehen muss. Nach wie vor kannst Du Dich traurig fühlen.

Hund verstirbt und die Trauer ist groß – 5 Ratschläge für die schwere Zeit

Wenn der Hund verstirbt, beginnt eine schwere Zeit für Dich. Der wichtigste Ratschlag, den wir Dir nun geben können, lautet: Lass die Trauer zu. Es ist in Ordnung, traurig zu sein – egal, was Dein Umfeld behauptet. Vielleicht helfen Dir auch die folgenden fünf Ratschläge, besser mit dem Schmerz umzugehen:

1. Zeit zum Trauern nehmen

Im Alltag ist es manchmal nicht so einfach, sich wirklich Zeit zum Trauern zu nehmen. Gerade, wenn es um ein Tier geht, erwartet das soziale Umfeld wahrscheinlich, dass Du Dich schnell wieder fängst und normal weitermachst. Das ist aber nichts, was wirklich erstrebenswert ist. Nimmst Du Dir keine Zeit zum Trauern, kann das im schlimmsten Fall zu einer handfesten Depression führen. Deshalb: Plane in Deinem Alltag täglich ein paar Minuten ein, in denen Du die Trauer zulässt und in denen die Tränen laufen dürfen.

2. Deinen Hund angemessen bestatten   

Wenn ein Hund verstirbt, hast Du verschiedene Möglichkeiten zur Bestattung des Tieres. Wichtig ist, dass Du einen Ort hast, an dem Du Deinem tierischen Freund gedenken kannst. Das muss aber nicht unbedingt dort sein, wo das Tier beerdigt ist. Du kannst beispielsweise auch einen Strauch oder einen Baum für Deinen Vierbeiner pflanzen, darunter eine Kerze und ein gerahmtes Bild aufstellen und dort hingehen, um zu trauern oder mit Deiner Fellnase zu reden.

3. Hilfsangebote für trauernde Tierhalter nutzen

Es gibt spezielle Hilfsangebote für trauernde Tierhalter. Wenn Du schon weißt, dass Dein Hund bald über die Regenbogenbrücke gehen muss, kannst Du zum Beispiel noch ein Regenbogenshooting mit Deinem Hund durchführen. Dies wird von vielen professionellen Fotografen kostenfrei angeboten. Die schönen letzten Fotos von Dir und Deinem geliebten Vierbeiner werden Dich als Erinnerungen durch die schwere Zeit begleiten, Dir Trost spenden und irgendwann auch ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

4. Ein Andenken kann helfen, wenn der Hund verstirbt

Viele Hundebesitzer, die schon einen treuen Begleiter ziehen lassen mussten, finden in einem PetTwin Trost. Er ist ein lebensgetreues Abbild Deiner Fellnase, mit dem Du jederzeit kuscheln kannst, wenn Du Deinen Hund zu sehr vermisst. Durch die hohe Ähnlichkeit des Plüschtiers mit Deinem Vierbeiner kannst Du bei jeder Umarmung noch einmal die tiefe und innige Verbindung herstellen, die Dich zu Lebzeiten Deines Hundes mit ihm verbunden hat – und die natürlich auch über dessen Tod hinaus weiterhin besteht. Darüber hinaus gibt es noch weitere Andenken, die Dir helfen können – wie etwa eine in Gips gegossene Pfote oder eine Kette aus den Haaren Deines Lieblings.

5. Trauertagebuch führen oder ein Erinnerungsalbum anlegen

Schreiben ist für viele Menschen sehr befreiend. Ein Trauertagebuch kann daher hilfreich sein. Dort kannst Du alles hineinschreiben, was Dich belastet und Dir auf der Seele brennt. Machst Du Dir Vorwürfe? Wofür bist Du Deinem Hund dankbar? Was hat er Dir bedeutet? Eine schöne Alternative oder Ergänzung zum Trauertagebuch ist das Erinnerungsalbum, in das Du Fotos von schönen Momenten einklebst, die Du mit kurzen Anekdoten beschreibst.

Fazit: Wenn der Hund verstirbt, ist es okay zu trauern

Der Hund ist für die meisten Menschen nicht einfach nur ein Haustier. Wenn Dein Hund verstirbt, verlierst Du einen guten Freund und einen wichtigen Begleiter in Deinem Leben, der Dir jeden Tag an Deiner Seite war und Dich immer bedingungslos liebte. Umso schmerzhafter ist der Verlust. Es ist schwer, den geliebten Vierbeiner nun gehen lassen zu müssen. Die Verarbeitung des Kummers braucht Zeit.

Trauer, wenn der Hund verstirbt

Nach einigen Wochen und Monaten der Trauer wirst Du dann auch akzeptieren können, dass Dein vierbeiniger Schatz nicht mehr da ist. Dann entscheidest Du selbst, wie Du weiter vorgehst. Möchtest Du noch einmal einen Hund in Dein Haus – und somit in Dein Herz – lassen? Oder hast Du zu viel Angst davor, dass Du den mit dem Tod verbundenen Kummer noch einmal erleben musst? Diese Entscheidung kannst nur Du allein treffen. Fest steht aber: Ein schlechtes Gewissen musst Du nicht haben. Dein verstorbener Hund hätte sicher gewollt, dass Du wieder glücklich wirst und dass einer seiner Artgenossen in Deinem Haus und Deinem Herzen einen schönen Platz bekommt.

Kommentar schreiben